Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahre 1425. Es ist aber davon auszugehen, dass die Mühle bereits vorher existierte. Die Mühle gehörte dem Herrn von Mahrenholte, der sie an einen Müller weiterverpachtete. Dazu gab es immer wieder Streit um den abzugebenden „Zehnt" mit dem Amt in Gifhorn. Zur Ermittlung der Besitzrechte wurden der Förster von Wahrenholz und der Pastor mehrmals beauftragt, ältere Mitbürger zu befragen. 1712 beschwerte sich der Oberförster Meyer beim Amt, dass der Müller nicht nur an Mahlgäste Bier ausschenkte, sondern auch an „jeden der da komme und sich setzte".

1742 beschwerte sich der Müller, dass wenn geflößt wurde, er die Schütten aufziehen musste und deswegen nicht mahlen konnte. Der Müller Adam Rentelmann, der auch die Wassermühle von Stöcken von 1730 bis 1771 gepachtet hatte, besaß wahrscheinlich auch zeitweilig die Wassermühle in Wahrenholz. Er hatte sie wohl weiterverpachtet, da er selbst in Stöcken wohnte.

1791 tauchte dann zum ersten Mal der Name Queckenstedt als Müller auf, letztlich wurde die Mühle dann bis 1925 von der Müllerfamilie Queckenstedt betrieben. Von 1889 bis 1910 gehörte die Mühle wegen eines Konkurses nach dem Umbau Ernst Blume, Lehrer und Schwager des Müllers. 1910 trat er sie wieder an seinen Neffen Alfred Queckenstedt ab.

Bis 1888 wurde die Mühle von einem Wasserrad angetrieben. In diesem Jahr wurde die Mühle komplett erneuert, wahrscheinlich wurde in dem Jahr auch eine Turbine eingebaut.

1925 übernahm der Müller Karl Böse aus Platendorf die Mühle, später dann der aus Vorhop stammende Müller Niems, der bereits die Motormühle in Wahrenholz besaß.

Ab 1958 wurde die mit zwei Doppelwalzenstühlen und einer Schrotmühle ausgerüstete Wassermühle von dem Müllermeister Willi Nitsche und seinem Sohn Wilfried bewirtschaftet. 1987 wurde die Mühle stillgelegt.

Bereits 1994 erhielt die Mühle durch Stiftungen und Fördermittel wieder ein unterschlächtiges Wasserrad. Im Zug dieser Maßnahme wurde das Stauwehr entfernt und es wurde eine Fischtreppe eingebaut.

Im Jahr 1997 wurde der Verein „Mühlenfreunde Wahrenholz e. V.", mit dem Ziel, die historische Wassermühle zu erhalten, gegründet. Heute kann man ganz eindeutig sagen, dass diese Aufgabe mit Bravour gelöst wurde.

Mit dem 1994 eingebauten unterschlächtigen Wasserrad aus Eichenholz gab es sehr schnell Probleme, da sich immer wieder Schaufeln lösten. Auch eine Überdachung des Mühlenrades verhinderte nicht den Verfall des hölzernen Rades. Letztendlich wurde dann 2019 mit EU-Fördermitteln ein neues Mühlenrad eingebaut. Die Konstruktion ist aus Stahl, nur die 36 Schaufeln sind aus Lärchenholz gefertigt. Zudem wurde ein neuer Besuchersteg errichtet, von dem aus, dass neue Mühlenrad bei seiner Arbeit beobachtet werden kann.

Seit 2016 ist die Mühle im Besitz der Gemeinde Wahrenholz und wird von den Mühlenfreunden Wahrenholz e.V. weiter betrieben.


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