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Wassermühle zu Wahrenholz
 
Um etwas mehr Licht in das Dunkel der Geschichte der Wahrenholzer Was­sermühle zu bekommen, müssen wir wohl in der Mitte ihrer langen Geschichte ansetzen, um daraus eine mit Fakten untermauerte Hypothese zu entwickeln.
Anno 1669 erschienen im Erbregister (auch Lagebuch = ältestes Grundbuch) wesentliche Hinweise auf den Grundbesitz der einzelnen Höfe einschließlich der Flurnamen:
Daraus geht hervor, dass der Vollhöfner Müller, später Sander, dann Kandrey­er, 11 Morgen Acker besaß, welche verstreut lagen und weder eine Anbindung zur Kernflur noch zur Ortsnähe hatten. Dieser Hof war nachgesiedelt worden und bereits 1489 sowie auch 1564 war es schon der „Müllerhof" — gegeben allein schon durch den Namen „Müller".
Aus Briefen (Lehnsbriefen) geht hervor, dass im Jahre 1570 Kopien über die Verträge der Wahrenholzer Mühle angefertigt wurden, welche bis in das Jahr 1425 zurück reichten und durch Unterschriften von Valentin, Hinrick und Moritz von Mahrenholz bestätigt wurden.
Anhand dieser Briefe geht auch eine „Aktion" über die Verweigerung der Un­terschrift von Melchior von Mahrenholz daraus hervor, welcher die Überein­stimmung mit den auf dem Pergament gehaltenen Originalen ablehnte, dass Mühle und Hof in einer Hand gewesen und somit Dienste und Lasten mit dem Hofe und nicht mit der Mühle verknüpft seien.
Es ging hierbei also hauptsächlich um Zinsen und Dienste, was auf eine Tren­nung von Mühle und Hof etwa um 1525 schließen lässt.
Aber ein Bericht des Vogts von Wahrenholz an den Amtmann in Gifhorn aus dem Jahre 1718 sagte etwas anderes aus:
Danach soll 1601 in Wahrenholz eine Wassermühle von Aschen Ludolf zu Schwülper und Augustus zu Dieckhorst, Gevatter von Mahrenholz, erbaut worden sein, die den Ackermann Hennig Sander beherbergte, dessen Hof ne­ben der Mühle läge (Mühlenhof). Sander behauptete, dass die Mühle und der Hof schon immer zusammen gehört hätten, wovon seine Vorfahren an die Herren von Mahrenholz weiter nichts als 20 mgr Zins jährlich entrichtet hätten, welcher im 30-jährigen Krieg auf fünf Jahre gestundet worden sei. Doch die Herren von Mahrenholz hätten seinen dritten Vorwirt Hanß Müllern gemahnt und verlangten die Lehnsbriefe der Mühle zu sehen, welche auch ausgehän­digt, aber später von den Herren von Mahrenholz nicht zurückgegeben wurden. Im Gegenteil, sie setzten sogar auf den Hof ein neues Gebäude, eigneten sich die Mühle zu und ein neuer Vogt (Wirtschafter), der jetzt 50 Taler jährliche Pacht zahlte, wurde eingesetzt.
Zurück zum Jahre Anno 1425, als Hennig Berenmoller (vermutlich Berenmül­ler), der letzte seines Stammes, eine Übertragungsurkunde ausfertigen ließ, dass er die Mühle zu Wahrenholz an Hennynghe Dodenkoppe und seine Kin­der vererbe, bezeugt durch den damaligen Pfarrer von Knesebeck und den Vogt Gert Huswulf.
Der Name Berenmoller lässt hier die Herkunft in der Berenmühle vermuten, die an der Friedrichsmühle an der lse gestanden haben soll und urkundlich seit 1371 (Sud. IV S. 146) bekannt und 1567 verwüstet war Man vermutet, dass ein nachgeborener Sohn im 14. Jahrhundert nach Wahrenholz gezogen war und hier eine Wassermühle errichtet hatte.
Anno 1475 verlehnte Curt von Mahrenholte an Henning Blickweden, Müller zu Wahrenholz zu eingegrenzten Mühlenrechten; der Hof war abgetrennt. Das hieß, dass Blickwede als Besitzer und Eigentümer darüber verfügte und weder Pacht noch Zins an die Lehnsherren von Mahrenholz zu entrichten hatte.
Anno 1477 verstarb Henning Blickwede und ein neuer Vertrag entstand. Cord von Mahrenholz verlehnte die Mühle an Hennig Blickwedes Tochter, also an seine Leibeserben. Sollte Henning Blickwedes Tochter jedoch ohne Kinder sein, so solle die Mühle an den Mannesstamm zurück fallen.
1489 folgte Hans Moller und 1535 hieß der Lehensnehmer Hinnecken Moller, Sohn des verstorbenen Hans Moller. 1564 könnte der Viehschatz ein Hinweis auf die Wiedervereinigung von Hof und Mühle sein. Mit dem Vertrag 1570 war für die Mühle ein veränderter Rechtstatbestand entstanden.
Als nach dem Tod von Hans Moller der Heimfall der Mühle eintrat, beschlossen dievereinigten Brüder und Vettern von Mahrenholz, dass sie die Mühle nicht mehr als Lehen vergeben wollten. Jedoch kam es zu einem erneuten Vertrag, diesmal mit dem Moller Hans Bock, welcher als Pächter für die Ausbesserung und Unterhaltung der Mühle selbst aufzukommen habe.
Was nun folgte, war ein 12 Jahre langer Kampf zwischen den Gebrüdern und Gevattern von denen von Mahrenholz, ausgelöst durch einen Brief vom 18. November 1595, worin Levin und Ludolf von Mahrenholz aus Warxbüttel an denAmtmann Florian Dieß in Gifhorn schrieben. Darin wurde der Müller zu Wahrenholz beschuldigt, seinen jährlichen Mühlenzins nicht an den Vogt Mar­kus Krey aus Dieckhorst zu zahlen und sich auch noch auf seine alten Lehens­rechtezu berufen. Es wurde im Kampf um die Mühle die Behauptung aufge­stellt, dass der Müller die Mühle verfallen lasse und gar kein richtiger Müller sei. 1606verstarb der Müller.
1607wurde von denen von Mahrenholz für ein Jahr ein neuer Müller eingesetzt. In Jahre 1608 brannte die Mühle ab, wurde aber von denen von Mahrenholz wiederaufgebaut.
1619heißt es in einem Mühlenverzeichnis des Amts Gifhorn unter anderem: Wahrenholtz, Mühle uff der Ise gehört dem von Mahrenholz zur Deichhorst ... ".
1676ließ der damalige Müller ein Ölwerk einbauen, welches von Amts wegen nichtgenehmigt worden war. Im Jahre 1698 taucht namentlich der Müller Mi­chael Borchert auf, welcher 1712 beschuldigt wurde, „dass er nicht nur seine Mahlgäste, sondern ein Jedermann der daher kommt sein Bier feil böte".
1742 hatte Jacob Müller die Mühle gepachtet. Dieser hatte besonders viel Är­ger mit Sander, seinem Nachbarn, der seinen Zaun direkt an den Mühlenkolk gesetzt hatte und somit den Müller zwang, wenn geflößt wurde, die Schütte aufzuziehen und die Mühle anzuhalten.
Müller Danehl wurde in einem Schriftwechsel als Erbzinsmüller der Mühle bezeichnet, wahrscheinlich war er aber ebenfalls nur ein Pächter.
Adam Rentelmann besaß 1730 — 1771 zeitweilig auch die Wassermühle zu Wahrenholz, die er als Erbenzinsmühle von Mahrenholz übernommen hatte. Da Rentelmann aber in Stöcken wohnte, hatte er die Wahrenholzer Wasser­mühle unterverpachtet und 1771 veräußert.
1791 hatte der Brinksitzer David Queckenstedt die Wassermühle gepachtet.
1845 wurde dann Joh.-Heinrich Queckenstedt benannt.
1888 wurden die Mühle (das Mahlwerk) und wahrscheinlich auch das Gebäude erneuert, wozu auch der Einbau einer Turbine gehörte. Aufgrund der hohen Schulden wurde David Queckenstedt gezwungen, die Mühle am 13. Mai 1889 seinenSchwager, den Lehrer Ernst Blume, zu verkaufen, der sie 1910 an Karl Böse aus Neudorf-Platendorf, dann an den aus Vorhop stammenden Müller Niehms,welcher bereits die Wahrenholzer Motormühle besaß, weiter gab.
Ab 1958 bewirtschaftete Willi Nitsche die mit zwei Doppelwalzenstühlen und einer Schrotmühle ausgerüstete Wassermühle mit seinem Sohn Wilfried Nit­sche, der schon als Kind ständig bei der Arbeit mithalf. Der Betrieb wurde 1985 stillgelegt, da es sich nicht mehr lohnte. 1987 verstarb Willi Nitsche und die Mühle blieb seitdem in der Hand von Wilfried Nitsche, der sich redlich um die Restaurierung der Mühle kümmert.
Im Zuge der Renaturierung der Ise wurde das Wehr abgerissen und durch eine Fischtreppe ersetzt. Das Wasserrad, welches nach dem Originalauszug von 1880 belegt ist, wurde durch Stiftungen und Fördermittel des Projektes „Otter­zentrum" 1994/95 nachgebaut.
1995 erhielt die Wahrenholzer Wassermühle zusätzlich ein gebrauchtes und vollständig restauriertes Getriebe. Seitdem dient die Wassermühle — so wie auch vorher schon — als Attraktion und Kulturerbe von Wahrenholz, immer Treu dem Müllergruß „Glück zu".
 
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